Nassbad-Verfahren (Paddelkufen)
Ein etabliertes Reinigungsverfahren in Deutschland.
Eine in Deutschland verbreitete Vorgehensweise kombiniert mehrere aufeinanderfolgende Arbeitsschritte.
Zunächst werden die Teppiche in große, mit Frischwasser gefüllte Edelstahlbehälter eingebracht. In diesen Behältern sorgen rotierende Paddelarme oder sogenannte Paddelkufen für eine kontinuierliche Wasserbewegung. Die Teppiche werden dabei in Bewegung gehalten und teilweise im Wasser schwebend geführt.
Durch diesen Waschvorgang können sich Schmutzpartikel aus dem Teppich lösen und in das Wasser übergehen. Da sich der Teppich nicht in seiner üblichen Gebrauchslage befindet, können gelöste Verschmutzungen leichter aus der Faserstruktur herausgelöst und vom Wasser aufgenommen werden.
Anschließend werden die nassen Teppiche aus den Waschbehältern entnommen. Dieser Arbeitsschritt ist aufgrund des hohen Gewichts der wassergetränkten Teppiche mit erheblichem körperlichem Aufwand verbunden.
Im nächsten Schritt erfolgt eine zusätzliche mechanische Reinigung auf dem Boden. Dabei liegen die Teppiche flach ausgebreitet und werden mit handgeführten Dreischeibenmaschinen bearbeitet.
Für die anschließende Spülung werden die Teppiche über eine separate Spülanlage transportiert. Hier bewegt ein schräg angeordnetes, breites Förderband den Teppich durch den Spülbereich, während zahlreiche Sprühdüsen große Mengen Frischwasser aufbringen, um gelöste Verschmutzungen und Reinigungsmittel auszuspülen.
Nachteile des Verfahrens
Das mehrstufige Verfahren ermöglicht zwar eine gründliche Reinigung, ist jedoch mit verschiedenen Aufwendungen verbunden:
- mehrere getrennte Arbeitsgänge
- hoher manueller Arbeitsaufwand beim Handling der nassen Teppiche
- zusätzlicher Platzbedarf für verschiedene Maschinen und Arbeitsbereiche
- hoher Wasserverbrauch während der Spülung
- erhöhter Energie- und Logistikaufwand
Insbesondere der hohe Frischwasserbedarf der Spülung stellt einen wesentlichen Ressourcenfaktor des Verfahrens dar.
Förderband- und Bürstenverfahren
Das heute weit verbreitete Maschinenkonzept.
Ein weiteres international verbreitetes Verfahren besteht aus der Kombination einer separaten Entstaubungsmaschine und einer automatischen Teppichwaschmaschine.
Vor der eigentlichen Wäsche wird der Teppich zunächst in einer Entstaubungs- bzw. Ausklopfmaschine behandelt. Diese entfernt lose Partikel, Staub und einen Teil der trockenen Verschmutzungen.
Anschließend erfolgt die Reinigung in einer automatischen Teppichwaschmaschine. Der Teppich wird dabei über ein breites Förderband durch die Maschine transportiert. Mehrere rotierende Tellerbürsten, je nach Maschinentyp vier, sechs, acht oder mehr, bearbeiten die Teppichoberfläche mit Wasser und Reinigungsmitteln.
Hinter dem Bürstenbereich befinden sich häufig Abstreifer und Absaugsysteme, die überschüssiges Wasser und gelöste Verschmutzungen aufnehmen sollen.
Die technische Herausforderung
Während der Bürstenbearbeitung werden Schmutzpartikel zunächst aus den Fasern gelöst und mit dem Schmutzwasser vermischt. Da der Teppich während dieses Vorgangs flach und mit dem Flor nach oben transportiert wird, kann das Schmutzwasser bereits in tiefere Faserschichten oder in den Teppichgrund eindringen, bevor die nachfolgenden Abstreif- und Absaugsysteme erreicht werden.
Die nachgeschalteten Systeme wirken überwiegend an der Oberfläche des Teppichs. Bereits tiefer eingedrungene Verschmutzungen können dadurch nur eingeschränkt oder gar nicht erfasst werden.
Insbesondere bei dickeren oder dichteren Teppichen kann der Aufbau des Teppichs dazu führen, dass gelöste Schmutzpartikel innerhalb der Struktur verbleiben.
Konsequenzen des Systems
Um den Teppich zu reinigen, ist zusätzlich zur automatischen Waschmaschine eine Entstaubungsmaschine notwendig.
- hoher Platzbedarf
- große und schwere Maschinenanlagen
- hohe Investitionskosten
- erhöhter Energiebedarf
- zusätzlicher Wartungsaufwand
- mehrere Verfahrensschritte innerhalb des Reinigungsprozesses
Die eigentliche Herausforderung besteht dabei nicht nur darin, den Schmutz zu lösen, sondern ihn unmittelbar und zuverlässig aus der Teppichstruktur zu entfernen, bevor er erneut in tiefere Schichten gelangen kann.
Die Folge: Zusätzliche Arbeitsschritte
Um diese Schmutzablagerungen vorher zu entfernen, setzen viele Teppichwäschereien zusätzliche Maschinen ein. Dazu gehören insbesondere Entstaubungsmaschinen, Klopfmaschinen und Ausklopfverfahren.
Diese zusätzlichen Arbeitsschritte verursachen höhere Investitionskosten, zusätzlichen Platzbedarf, höheren Energieverbrauch, mehr Wartungsaufwand und längere Prozesszeiten.